Geschäftsmodell für PV-Gemeinschaftsanlagen in Mehrparteienhäusern

Fragebogen

Durch die geplante "kleine Ökostromnovelle" wird es rechtlich möglich, dass BewohnerInnen von Mehrparteiengebäuden den Strom aus ihrer PV-Gemeinschaftsanlagen als Eigenverbrauch nutzen können. Damit kann sich die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen deutlich verbessern.

Derzeit gibt es mehrere Geschäftsmodelle für den Betrieb von PV-Anlagen in Mehrparteienhäusern. Bitte bewerten sie die Praxistauglichkeit der nachfolgend angeführten Geschäftsmodelle

Modell 1 „PV Anlage als Infrastruktur“ („Gratisstrom“)

Liegenschaftseigentümer investiert in die PV-Anlage und stellt Strom den BewohnerInnen zur Verfügung, Wertsteigerung der Immobilie

sehr sinnvoll (10 Pkte)______________________+_______________________kaum sinnvoll (0Pkte)

Modell 2 „BewohnerInnen-Vereinbarung“

BewohnerInnen investieren in PV-Anlage und regeln Betrieb und Nutzungsanteile selbst (z.B. durch Verein)

sehr sinnvoll (10 Pkte)______________________+_______________________kaum sinnvoll (0Pkte)

Modell 3 „Externes Unternehmen und Verpachtung“

Externes Unternehmen investiert und betreibt PV-Anlage, Bewohner pachten ein Nutzungsrecht für Eigenverbrauch

sehr sinnvoll (10 Pkte)______________________+_______________________kaum sinnvoll (0Pkte)

Modell 4 „Liefer-Contracting“
Stromlieferant errichtet PV-Anlage und verkauft PV-Eigenverbrauchsstrom an die BewohnerInnen

sehr sinnvoll (10 Pkte)______________________+_______________________kaum sinnvoll (0Pkte)

Weitere Ideen für Modelle:
Bitte beschreiben sie weitere Geschäftsmodelle, die Sie für die PV-Nutzung auf Mehrparteiengebäuden sinnvoll halten.

….  Textfeld

Resultate

Die Bewertung der Praxistauglichkeit von unterschiedlichen Geschäftsmodellen für PV-Gemein-schaftsanlagen in Mehrparteienhäusern durch ExpertInnen brachte folgende Ergebnisse:

Fast 70 Prozent der befragten ExpertInnen halten Liefer-Contracting als Geschäftsmodell besonders erfolgsversprechend. Beim Liefercontracting errichtet der Stromlieferant eine PV-Anlage und verkauft PV-Eigenverbrauchsstrom an die BewohnerInnen. An zweiter Stelle mit 62 Prozent Zustimmung erhielt das Geschäftsmodell „Externes Unternehmen und Verpachtung“ (Externes Unternehmen investiert und betreibt PV-Anlage, BewohnerInnen pachten ein Nutzungsrecht für Eigenverbrauch). Rund 55 Prozent der Befragten sehen im BewohnerInnen-Vereinbarungsmodell eine sinnvolle Umsetzungsvariante. Am wenigsten Zustimmung (knapp 38 Prozent) als sinnvolles Lösungsmodell findet das Modell „PV-Anlage als Infrastruktur („Gratisstrom“). Bei diesem Modell investiert der Liegenschaftseigentümer in die PV-Anlage und stellt Strom den BewohnerInnen zur Verfügung (Wertsteigerung der Immobilie).


Grafik 1: Anteil der Personen (in Prozent), die folgende Anreizinstrumente (sehr) sinnvoll finden (Bewertung von >8 auf Skala 1-10)

Die befragten ExpertInnen hatten noch weitere Vorschläge:

  • BewohnerInnen vermieten Fläche um Betriebskosten zu reduzieren; Betreiber verkauft Strom am Markt
  • Ein(e) MieterIn errichtet Anlage und verkauft Strom an Hausgemeinschaft
  • Bauträger sollte nicht zusätzlich noch Energieversorger werden; KundInnen sollten es so bequem und einfach wie möglich haben; daher alle Agenden an einen externen Profi auslagern. Es braucht v.a. Mixmodelle, dass BewohnerInnen zwischen Pacht und Kauf auswählen können - keine entweder/oder Modelle. PV Anlagen in MFH sollten verstärkt vor dem Hintergrund e-mobility gesehen werden.
  • Letztlich "rechnen" sich diese Modelle nur über Kostenverschiebung von Infrastrukturkosten (Netz,...) zur Allgemeinheit. Ist das wirklich strategisch sinnvoll als Bestandteil der Energiepolitik????
  • Gewerbetreibende aus der Umgebung (diese miteinbringen, Batteriespeicher, ...)
  • www.key2.energy
  • Der Stromlieferant errichtet und betreibt die PV-Anlage in einem Mehrparteienhaus (Sozialbau) und verkauft den MieterInnen mit einem dynamischen Modell, je nach Verbrauch die Energie mit einem Bonus für Eigenverbrauch günstiger als der Strom aus der Steckdose kostet. Damit haben auch MieterInnen mit einem niedrigen Einkommen einen Nutzen und der Stromlieferant kann MieterIn zurückgewinnen, die zu einem preiswerteren Stromlieferanten gewechselt haben.